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    Ein spannender Einsatz geht zu Ende

    Veröffentlicht am 12.02.2018

    Ein spannender Einsatz geht zu Ende

    Das neue Partnerschaftsprojekt der Johannesbad Gruppe mit dem Hopital Espoir auf Haiti - Piloteinsatz vor Ort

     

    Nun waren wir knapp zwei Wochen vor Ort im Hopital Espoir, dem Hospital der Hoffnung, in Port-Au-Prince, der Hauptstadt Haitis. Wir, das sind Herr Klaus Schwarz, selbständiger Hygienemanager aus Saarbrücken und Dr. Michael Scholten, ltd. Oberarzt der Klinik Saarschleife und Mitarbeiter unserer Partner-Organisation humedica.

    Der in der Vergangenheit blühende Inselstaat mit 10 Millionen Einwohnern ist nach den langen politischen Problemen, dem Erdbeben 2010 und den Wirbelstürmen 2016  vielen Belastungen ausgesetzt.

    Es hat sich ein kaum vorstellbarer Gegensatz von Krankheit, Armut, Müll und Lärm einerseits und Wohlstand sowie phantastischen Landschaftsbildern andererseits mit wiedererwachendem Tourismus (v.a. seitens der USA) entwickelt. Eine Konfliktsituation, die wir als Einsatzteam manchmal nur schwer aushalten konnten.

    Als kompetentes Zentrum in Deutschland wollten wir gemeinsam mit einer Krankenpflegeschulein Memmingen und der hiesigen Stiftung für die Kinder Haitis (Fondation pour les enfantes D'Haitis, FEH) die Gegebenheiten der Klinik in Haiti - als Schwerpunkt das Hygienemanagement - die Betreuung von Frühgeburten und die Stationsabläufe analysieren und langfristig umsetzbare alternative Strategien entwickeln. Dazu gehörte neben einem optimierten Ablauf für die Desinfektion der Hände, die der Hauptübertragungsweg für Krankheitskeime sind, auch die Analyse generell erhältlicher und finanzierbarer Desinfektionsmittel.

    Dies passierte alles im Rahmen eines vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit initiierten Partnerschaftsprojektes von deutschen und lokalen Kliniken und unserer Partner-Organisation humedica.

    Wir sind sehr stolz, hier Meilensteine setzen zu können. Durch den Einkauf anderer Präparate könnten bis zu 70% mancher Kosten eingespart werden und das hier noch übliche Waschen der Hände mit Seife könnte nach den Standards der WHO mit der heute üblichen alkoholischen Händedesinfektion maximal optimiert werden - wenn es denn Desinfektionsspender und Flüssigkeit gäbe.

    Die Gegebenheiten der Frühgeburtenstation oder der Aufbereitung der sterilen Materialien brachten uns ebenfallsan unsere Grenzen. Ohne jede Schleuse, ohne vorhandene Waschmaschine (hier wird die benutzte OP-Wäsche noch mit der Hand gewaschen), ohne Umkleidemöglichkeiten für Besucher oder Kinderschwestern oder die Möglichkeit einer  vorübergehenden Isolierung von extern geborenen Babies sind auch uns hier die Hände gebunden.

    Nun ist die Klinik in Port-Au-Prince am Zug. Wir haben Schulungen des Personals zur Hygiene, Desinfektion und Pflege des Inventars durchgeführt, wir haben das angeschlossene Waisenhaus (über 100 Kinder) und das Waisenhaus für Schwerstbehinderte (25 Bewohner in Rollstühlen und Pflegesitzen etc.) besucht, wir haben die der Stiftung angeschlossenen Krankenpflegeschule besucht und dort in Herz-Lungen-Wiederbelebung unterrichtet und wir wissen: Hier wird eine tolle Arbeit geleistet.

    Es erfolgt eine Arbeit auf christlichen Grundsätzen und gleichzeitig steht wie bei uns in der Johannesbad Gruppe der Mensch im Mittelpunkt.
    Die Meetings der Klinikleitung werden mit einem Gebet eröffnet, dennoch fehlt hier der  Teamgedanke.
    Die geplante Eröffnung einer Dialyseabteilung zeigt visionäres Denken – aber auf dem Weg dorthin sind kleinere Zwischenziele eine fundamentale Notwendigkeit.

    Ob unsere Unterstützung und Hilfe nun auch Anklang findet und umgesetzt wird, sollen die Folgeteams in drei bzw. sechs Monaten überprüfen.

    • Werden Abteilungsverantwortliche benannt und autorisiert?
    • Werden persönliche Verantwortung und ein Teamgedanke entwickelt?
    • Wird das Qualitätsprinzip "Verbesserung" auch gelebt?

    Wenn dies der Fall ist, werde ich eventuell erneut Ende des Jahres eine Kontrolle auf wissenschaftlicher Basis durchführen. Dann kann sich entscheiden, ob eine Partnerschaft in gegenseitigem Bemühen auf festen Füßen stehen kann.

    Unser Dank gilt ganz besonders dem engagierten Verständnis der Klinikleitungen in Orscholz, Herrn Bernd Witte, Frau Claudia Eilhauer in Bad Füssing, als auch den Herren Dr. York Dhein und Werner Weißenberger. Wir möchten uns auf diesem Wege auch bei allen Konzernmitarbeitern, die uns ermutigt, unterstützt und gefördert haben, herzlich bedanken.

    Wir haben ein Saatkorn gepflanzt und bei guter Pflege wird hieraus eine Ernte, an der alle Anteil haben.

    Dr. Michael Scholten
    Ltd. OA Psychosomatik
    Arzt für Psychiatrie, Gynäkologie & Naturheilkunde
    Gesundheits- u. Rehazentrum Saarschleife

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